Field-Report Hells Pleasure

Da stand ich also. Voll beladen mit Campingausrüstung, Fressalien und Bargeld. Auf der Motocross Strecke in Pößneck war es wiedereinmal Metalzeit. Dem Bargeld entledigte ich mich gleich am Eingang, um dafür ein Papierarmband, Taxifahrer-Visitenkarten und die Eintrittskarte zu erhalten. Dann suchte ich mir auf dem schon fast überfüllten Platz eine kleine Stelle für mein Zelt, baute es auf und traf erst einmal unseren netten Fotographen Martin. Wir hofften, dass das Wetter so trocken bleiben würde. Der Platz war gefüllt von Menschen aus ganz Europa, u.a. Italien, Schweiz, Niederlande, Frankreich und vielen mehr. Ich in Richtung Bühne, wo auch schon die ersten Bands seit ein paar Stunden Krach machten.

Zur Begrüßung erreichten die Klänge von PAGAN RITES mein Ohr. Ich hörte gerade noch die letzten Riffs ihres Abschlussliedes; danach die growlenden Klänge von DevilXXX. Nachdem die letzten Töne verhallt waren, hatte ich so ein Gefühl von: Hunger! Zum Glück gab es an der Fanartikelmeile ein kleines Versorgungszelt mit Pommes, Würstchen und anderem gesunden Sachen. An der "Merchmeile" konnte man an knapp 12 Ständen sein Geld für T-Shirts, Buttons, CDs, Aufnäher und Platten ausgeben. Doch erstmal schlug ich mir den Magen voll. Dann begab ich mich zum, praktisch neben der Bühne stehenden, Bierzelt, um mir ein Glas kühlen Bieres zu genehmigen.Ich staunte nicht schlecht über den Glaspfand von 2. Aber es langten viele ohne Bedenken zu. Auf der Bühne bauten derzeit PENTAGRAM aus Chile ihre Instrumente auf.

Grandioser Trash Metal. Danach wurde es griechisch mit ZEMIAL. In der langsam aufsteigenden Dunkelheit begannen OFERMOD ihr Ritual. Gekleidet in einen Talar und mit Bischofsmütze, auf dem ein gedrehtes Kreuz zu sehen war, betrat ihr Sänger die Bühne. Er las aus seinem, mit Pentagram bestickten Buch, dunkle Verse vor. Die Band begleitete ihn rhythmisch dazu. Es versammelten sich immer mehr Leute auf dem Platz. Ich beschäftigte mich nebenbei mit einer der Schönheiten die sich entspannt und im Takt wippend auf einer der Bänke niedergelassen hatte. Kurz nach Mitternacht,begann die Band ABSU aus den USA ihr Spiel. Grandios! Obwohl es mittlerweile in Strömen goss, ließ sich keiner vertreiben. Headbangende Massen schleuderten den Regen wieder zurück gen Himmel. Die Massen drängten Richtung Bühne. Metal vereinigt einfach alle, egal woher sie kommen. Die letzte Band des Abends war THE DEVIL'S BLOOD. Sie kam passend zu ihrem Namen mit Blut beschmiert auf die Bühne. Nun war auch der Letzte, der sich unter dem Bierzelt versteckte, hervor gekrochen. Einige hatten sich aus den Mülltüten praktischer weise ein Regencape gebaut. Ich selbst hatte meinen Ledermantel dabei, der sehr gut dicht hielt. Irgendwann stiefelte ich über den durchweichten Platz zu meinem Zelt , um wenigstens noch etwas Schlaf abzubekommen. Immerhin blieb es bei leichtem Regen und entwickelte sich nicht zu einem Unwetter wie vorhergesagt.

Irgendwann am frühen Morgen sorgte ich erst einmal für mein Frühstück. Im Zelt an der Merchmeile genehmigte ich mir ein "Breakfast1" und bedauerte, dass ich nur einen Tag das Event erleben durfte. Mein Zelt undicht, durchweicht, verdreckte Klamotten, Kopfschmerzen, aber hauptsache: dabei gewesen! Vielleicht sieht man sich nächstes Jahr.

Stay True Euer Sebastian