The Bones + Cowboy Prostitutes + d-tuned radio, Centrum - Erfurt

An einem lauen Freitagabend bot das Centrum mal wieder Gelegenheit allerfeinsten Schweden Rock 'n' Roll zu sehen und zu hören. Als man um ca. halb 9 jedoch das Centrum betrat, waren lediglich einige versprengte Grüochen auszumachen. Dies sollte sich allerdings im Laufe des Abends ändern, so dass es bis zu den Bones ziemlich voll wurde. Die vorher anwesenden bekamen ab 21 Uhr erstmal d-tuned radio aus Saalfeld als heimischen Support vorgesetzt. Die Band, die als oldschool Rock mit Punk und Pop Einflüssen angepriesen wird, klang im Endeffekt nach Alternativ Rock irgendwo zwischen Die Happy und Bloodhound Gang. Positiv hervorzuheben war allerdings der weibliche Gesang, der durchaus Potential besitzt. Ansonsten war das Konzert für die bis dahin anwesenden eher eine Art Hintergrundbeschallung. Leider wieder einmal mit sehr undifferenziertem Sound, woran im Centrum auch schon Stoneman als Vorband von Wednesday 13 zu leiden hatten.

Der Sound wurde bei der nächsten, für das Konzert gar nicht angekündigten, Band Cowboy Prostitutes dann etwas besser. Die Musik wurde es gleich um längen. Wie sich im Gespräch mit dem sehr sympathischen Sänger der Band, den wir fälschlicherweise wegen seines Cowboyhuts erstmal für den Bones Bassisten Andi hielten, später herauskam, begleiten Cowboy Prostitutes die Bones während der ganzen Tour. Sträflich diese sehr geile schwedischen Band nicht angekündigt zu haben. Geboten wurde Rock 'n' Roll in der Schnittmenge aus ihren Landsleuten Psychopunch, etwas Skid Row und einer klitzekleinen Bluesschlagseite der Marke Cinderella, natürlich alles mit Cowboyattitüde dargeboten. Gleich der Setopener "Rock 'n' Roll Jail" zeigte das Potential der Band auf. Im weiteren Verlauf des Sets gab es noch einiges mehr vom guten Album "Swingin' at the fences" wie etwa "Crime city". Leider war der Sound eben suboptimal, so dass einige Feinheiten der Songs gar nicht zum Vorschein kamen. Dafür besitzt die Band mit Simon Solomon eine wirklich sehr fähigen Leadgitarristen. Da machte sogar das auf die Finger kucken Spaß! Im Endeffekt waren Cowboy Prostitutes also eine sehr positive Überraschung!

Anschließend durften die Bones sich erstmal über einen besseren Sound freuen. Los ging es wie auf dem letzten Album "Burnout Boulevard" mit dem Doppelschlag "Mighty touchdown" und "Flatline fever". War zuvor vielleicht zu befürchten, die Band könnte sich einen Abend vor den Aufnahmen zur Live-DVD in Berlin zurückhalten, waren diese Bedenken schnell zerstreut. Vor der Bühne war dann auch gleich mächtig Bewegung. Das blieb das ganze Konzert über so und so stieg die Temperatur fühlbar an. Zum geringen Sauerstoffgehalt im Centrum trug dann auch noch bei, dass sich keiner weiter um das (überflüssige) Nichtraucherschutzgesetzt scherte. Den vier Knochen auf der Bühne war das sicherlich eh egal. Sie rockten sich sehr bewegungsfreudig durch ihr Set, das vor allem neue Songs enthielt. Highlight war dabei "Straight flush ghetto", wobei man anmerken muss, dass das gesamte Konzert auf hohem Niveau war. So kamen auch Songs wie "Not a love song" oder "Slick".

Am Ende des Abends war man froh, dass man dabei war. Die relativ hohen Eintrittspreise von 15,50 bzw. 17 sind auf Grund der guten Konzerte der Cowboy Prostitutes und Bones allemal zu verschmerzen. Nur bleibt zu hoffen, dass es bei den nächsten Konzert im Centrum mal von Beginn an einen differenzierten Sound gibt oder, wenn das nicht möglich ist, die Konzerte in einer anderen Location stattfinden. Schlussendlich sind nämlich Bands und Fans gestraft, wenn Feinheiten wie Gitarrensoli einfach mal nicht rüberkommen.

[NEONLIGHTCHILD]