Rail Bed Stomp 2

An einem von sehr launischem Wetter geprägten Freitag im August fand die Fortsetzung des Rail Bed Stomp statt. Organisiert vom Tonabteil und mit Mad Sin als Headliner erwartete einen eine der großen Bands der Szene. So machte man sich am frühen Abend, zum Glück dann bei beständigerem Wetter, auf nach Gera in den Untergrund. Der Club liegt direkt neben dem Bahnhof, ist also problemlos zu Fuß zu erreichen, und würde ca. 400 Leuten Platz bieten. Davor erstreckt sich eine Terrasse mit Bar, auf der es im Laufe des Abends recht voll wurde. Leider konnte man das vom Inneren der Halle nicht sagen. Selbst bei Mad Sin waren nur ca. 70 Leute, der vielleicht anwesenden 150, in der Halle. Grund dafür könnte gewesen sein, dass ein Ticket an der AK 16 kostete, wodurch es sicher einige vorzogen, einfach draußen auf der Terrasse zu bleiben. So mussten alle drei Bands denn auch mit relativ spärlichen Reihen vorlieb nehmen.

Der Abend wurde musikalisch von den Glorix Cats eröffnet. Der größtenteils instrumental dargebotene Psychobilly sorgte zwar nicht für viel Bewegung vor der Bühne, wurde aber wohlwollend aufgenommen. Das Set enthielt mit "Can't touch this" auch eine ungewöhnlich Coverversion, bei der die Strophen mit Sprechgesang doch einen starken Kontrast bildeten. Danach folgten die Tazmanian Devils. Ebenfalls in Triobesetzung gab es hier dann auch Gesang. Die Band hatte sichtlich Spaß an ihrem Tun und bot soliden Psychobilly, der die ersten Leute in Bewegung versetzte. Ungewöhnlich, wenn auch kein bisschen negativ, war die Frau an den Standup Drums. Es kommt in dieser Szene schließlich eher selten vor, dass man Frauen auf der Bühne sieht. Die Tazmanian Devils konnten jedenfalls überzeugen und machten Lust auf den Hauptgang in Form von Mad Sin.

Die Band, immer noch irgendwie auf Tour zum 20jährigen Bestehen, war gewohnt spielfreudig. Die Show und Setlist unterschied sich zwar nicht sehr stark von der vor gut vier Monaten in der Thüringenhalle, machte aber wiederum Spaß. Los ging es wie damals mit "Mad to the bone", das sich eh hervorragend als Opener eignet. Im Verlauf des Sets gab es Lieder aus der ganzen Schaffensphase, so auch wieder aus der Frühphase mit Köfte an den Standup Drums. Dieses Mal war es allerdings nur ein Song, den man so geboten bekam, was nach den genervten reaktionen Köftes auf einige technische Probleme mit Steins Gitarre auch daran gelegen haben könnte. Danach gönnte sich der wieder mal sehr bewegliche Blickfang eine Pause und der Rest der Band zockte "I shot the sheriff". Hierbei wurden die Leadvocals von Valle übernommen, der auch ansonsten wie üblich viele Backings beisteuerte. Zu den Highlights des Sets gehörten "Communication breakdown" und "Dead moon". Generell war bei Mad Sin vor der Bühne durchaus Bewegung, doch man hatte selbst dort noch reichlich Platz. Gegen Ende kam dann auch wieder Hellvis für zwei Songs als Sänger zum Einsatz. Zumindest der weibliche Teil in den vorderen Publikumsreihen schien ihn optisch lieber auf der Bühne zu sehen als Köfte. Etwas negativ fiel zum Schluss nach einem nicht sehr langen Gig allerdings auf, dass es keine Zugaben gab, was aber durchaus auch technische Gründe gehabt haben könnte.

Als Fazit bleibt ein musikalisch guter Abend in einer nicht üblen Location, der jedoch von der reinen Spielzeit bei drei Bands und den erwähnten Preisen nicht völlig überzeugen konnte.